Abschlussarbeiten 2026 - Iris
Iris hat ihrer Abschlussarbeit den Titel „Aufwärts oder hinab“ gegeben und sich darin mit den gegensätzlichen Kräften von Entstehung und Verfall, Aufstieg und Zerfall auseinandergesetzt. In ihren Arbeiten untersucht sie das Spannungsfeld zwischen Dauer und Vergänglichkeit sowie die Frage, wie Form, Material und künstlerische Gestaltung den Kreislauf von Werden und Vergehen sichtbar machen können.
Iris' Intention:
Diese Skulptur thematisiert den Gegensatz von Werden und Vergehen in einer aufstrebenden Form. Sie erhebt sich vertikal, wirkt leicht und nach oben orientiert, doch auf der linken Seite beginnt sie zu verfallen. Material bröckelt, löst sich auf und verlieht an Stabilität.
Die Idee bezieht sich direkt auf den bildhauerischen Prozess: Der Bildhauer erhebt das Material. Formt es, veredelt es und verleiht ihm Dauer. Ohne diesen Eingriff jedoch fällt es zurück in seinen ursprünglichen Zustand – es wird brüchig, vergänglich und letztlich wieder Teil der Erde. Leichtigkeit entsteht durch Form und Richtung, Schwere durch Material und Zerfall.
Zweiseitigkeit zeigt sich hier als Spannungsfeld zwischen Aufbau und Auflösung. Die Skulptur ist zugleich Ausdruck von Haltbarkeit und Vergänglichkeit. Sie steht für den Moment dazwischen – für das fragile Gleichgewicht zwischen dem Erschaffen und dem unaufhaltsamen Vergehen.